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Bitcoin-Woche in 5 Minuten: Nach dem Börsen-Hack, veraltete Server und ein Aufschub in Frankreich

Aufgebrochener Server mit kaputtem Schloss und herausfallenden Bitcoin-Münzen, daneben ein Glas-Tresor mit Häkchen und Belegrolle sowie wachsende Münzstapel (KI-generiert)
KI-generiert

Transparenz: Dieser Beitrag enthält keine Werbelinks. Alle Angaben stehen mit Datum und Quelle im Text, Stand 08.11.2026.

Die Bitcoin-Woche vom 02. bis 08.11.2026 in fünf Minuten. Kurz eingeordnet für alle, die ihre Bitcoin selbst verwahren oder es vorhaben.

1. Binance nach dem Hack: Auszahlungen laufen wieder

Nach dem Diebstahl vom 29.10. hat Binance am 01.11.2026 ab 7:00 Uhr MEZ die Auszahlungen schrittweise wieder geöffnet; Bitcoin gehörte zur ersten Phase. Bis 16:30 Uhr MEZ am 01.11. zogen Kunden laut Binance (berichtet von CNBC) netto rund 3,64 Milliarden US-Dollar ab. Ein Binance-Sprecher nannte laut Reuters am 02.11. netto 4,72 Milliarden US-Dollar seit der Wiederöffnung. Zum Ablauf: Die Angreifer kamen laut Binance über gefälschte Bewerbungsgespräche und Schadcode auf den Rechner eines Mitarbeiters, nicht über einen Bruch des Bitcoin-Netzwerks.

Was heißt das für dich? Eine Börse kann Verluste aus eigenen Mitteln ausgleichen – oder auch nicht. Eigene Schlüssel geben dir die Kontrolle über deine Bitcoin. Damit trägst du aber auch das Risiko von Verlust, Diebstahl und Fehlern beim Backup. Prüf vor einer Auszahlung die Empfangsadresse auf der Hardware-Wallet, wie im Beitrag Mach es heute: Empfangsadresse prüfen beschrieben.

Quellen: Bitcoin-News 02.11.2026 (Binance: Recovery Update #4, CNBC), Bitcoin-News 03.11.2026 (Reuters via Business Recorder), Bitcoin-News 04.11.2026 (BBC News, The Hacker News)

2. FBI-Zuordnung und Bitcoin-Transaktionen

Das FBI hat am 31.10.2026 Nordkorea und die Gruppe „TraderTraitor“ für den Angriff auf Binance verantwortlich gemacht und unter anderem 19 Bitcoin-Adressen veröffentlicht. Auf diesen Adressen lagen am 02.11.2026 um 5:17 Uhr MEZ laut mempool.space zusammen rund 18.270 BTC; bis zu diesem Zeitpunkt war davon nichts weiterbewegt worden.

Was heißt das für dich? Bitcoin hat keine zentrale Stelle, die eine bestätigte Transaktion einfach zurückbuchen kann. Bewegungen auf der Blockchain sind öffentlich nachvollziehbar. Das schützt aber nicht vor dem Verlust oder Diebstahl privater Schlüssel.

Quellen: Bitcoin-News 02.11.2026 (FBI, mempool.space)

3. BTCPay Server: veraltete Installationen getroffen

Das BTCPay-Server-Team hat am 02.11.2026 bestätigt, dass Angreifer Bitcoin aus Hot Wallets auf Servern mit Version 2.4.1 (Juli 2026) oder älter gestohlen haben. Bei Hot Wallets liegen die privaten Schlüssel auf dem Server selbst. Bei Servern, die zum Zeitpunkt der Warnung schon Version 2.4.2 oder neuer nutzten, hat das Projekt keine Auswirkungen festgestellt. Wallets, deren Schlüssel nicht auf dem Server liegen, etwa Hardware-Wallets, waren nicht betroffen.

Was heißt das für dich? Prüfe die Version. Lief dein Server bei der Warnung am 01.11.2026 noch mit 2.4.1 oder älter, empfiehlt das Projekt einen frisch aufgesetzten Server und eine neue Wallet. Ein Update allein entfernt einen möglicherweise schon vorhandenen Angreiferzugang nicht. Das gilt auch, wenn bisher kein Diebstahl aufgefallen ist. Die vollständigen Schritte stehen in der verlinkten Projektwarnung. Schlüssel für größere Bestände sollten getrennt vom Zahlungsserver verwahrt werden.

Quellen: Bitcoin-News 03.11.2026 (BTCPay Server Blog: Projektwarnung, BleepingComputer)

4. Frankreich: Haushaltsentwurf in erster Lesung abgelehnt

Die französische Nationalversammlung hat am 04.11.2026 den Einnahmenteil des Haushaltsentwurfs für 2027 abgelehnt: 458 Nein-Stimmen, keine Ja-Stimme und zwei Enthaltungen. Damit gilt nach Artikel 119 ihrer Geschäftsordnung der gesamte Entwurf in erster Lesung als abgelehnt. Nach den Berichten von Cryptoast und Cointelegraph geht die ursprüngliche Regierungsfassung ohne die zuvor angenommenen Änderungen der Abgeordneten an den Senat. Betroffen sind unter anderem die geplante Meldung selbst verwahrter Kryptobestände ab insgesamt 100.000 Euro zum Jahresende und die geplante Besteuerung bestimmter Umtauschvorgänge in Stablecoins. Das sind Kryptowerte, deren Wert etwa an den Euro oder US-Dollar gekoppelt sein soll. Diese Vorschläge sind durch die vorangegangenen Abstimmungen noch nicht zu geltendem Recht geworden. Bereits bestehende Pflichten nach geltendem Recht bleiben von der Ablehnung unberührt. Laut Senatskalender soll die Beratung am 20.11.2026 beginnen; Vorschläge können im weiteren Verfahren erneut eingebracht werden.

Was heißt das für dich? Das Gesetzgebungsverfahren ist nicht abgeschlossen. Selbstverwahrung bedeutet, dass du deine privaten Schlüssel selbst kontrollierst. Sie befreit nicht pauschal von Steuer- oder Meldepflichten. Welche Pflichten gelten, hängt vom anwendbaren Recht und deiner Situation ab.

Quellen: (abgerufen am 08.11.2026) Assemblée nationale: Ablehnung in erster Lesung, offizielles Abstimmungsergebnis, Meldepflicht-Vorschlag I-2701, Stablecoin-Vorschlag I-3898, Senatskalender (PDF); ergänzende Medienberichte vom 05.11.2026: Cryptoast, Cointelegraph

5. Kurz notiert

  • Strategy hat laut SEC-Pflichtmitteilung vom 02.11.2026 zwischen dem 26.10. und 01.11. weitere 811 BTC gekauft und hielt zum 01.11. nach eigenen Angaben 849.327 BTC. Quelle: SEC: Form 8-K
  • Der Bitcoin-Mining-Betreiber Riot Platforms verkaufte in den ersten neun Monaten 2026 nach eigenen Angaben 20.264 BTC, vor allem zur Finanzierung von Rechenzentren. Core Scientific baut laut seiner Quartalsmitteilung vom 05.11.2026 die verbleibenden Mining-Standorte für die Vermietung von Rechenzentrumsfläche um. Diese Unternehmensentscheidungen ändern weder das Bitcoin-Protokoll noch dessen Ausgabeplan. Quellen: Riot Platforms, Core Scientific

Zahl der Woche: 19

So viele Bitcoin-Adressen hat das FBI am 31.10.2026 in seiner Warnung zum Binance-Angriff veröffentlicht. Was die Zahl nicht zeigt: Sie sagt nichts darüber, ob oder wann gestohlene Werte zurückgeholt werden. Sie zeigt nur, dass Bewegungen auf der Bitcoin-Blockchain öffentlich nachvollziehbar sind.

Quelle: FBI: North Korea Responsible for $6 Billion+ Binance Attack (31.10.2026, abgerufen am 08.11.2026)

Merksatz der Woche

„Langfristig und mit festem Plan heißt: nicht alles einer Börse überlassen, Schritte vorher üben – und eine Schlagzeile nicht mit dem Bitcoin-Netzwerk verwechseln.“

Keine Anlageberatung, siehe Risikohinweis.

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